Namensgeber
Markgraf Friedrich I.
![]() |
Als man die 550. Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte an den Markt Rehau festlich beging, erinnerte man sich mit Erstaunen daran, dass des Markgrafen und Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg, jenes Mannes, dem wir die Verleihung der Stadtrechte zu danken haben, bis jetzt weder durch die Benennung einer Straße noch eines Platzes oder Gebäudes gedacht wurde. Man war sich schließlich einig, dass die Erinnerung an jenen Mann am besten wachgehalten werden kann, wenn eine Schule seinen Namen trägt. Nachdem das Direktorat am 20. Dezember 1977 den Antrag auf Verleihung des Namens "Markgraf - Friedrich - Schule" gestellt hatte, erfolgte am 2. Februar 1978 die Verleihung des Namens "Markgraf-Friedrich-Schule Staatliche Realschule Rehau" durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus. |
Die Jugend, die täglich dem Namen Markgraf Friedrich in ihrer Schule begegnet, wird sich wohl kaum damit zufrieden geben, zu hören, dass dieser der Stadt Rehau im Jahre 1427 die Stadtrechte verliehen habe, sondern mit Recht fragen, was seine Persönlichkeit ausmachte.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Er war ein außergewöhnlicher Mensch mit einer Fülle sich in glücklicher Weise ergänzender Eigenschaften oder, wie man vielleicht in seiner Zeit gesagt hätte, ein Ritter ohne Furcht und Tadel. Er kommt aus einer Zeit, in der man es noch nicht für wichtig hielt, seinen Geburtstag niedergeschrieben zu wissen, man weiß nur, dass er wohl im Jahr 1372 geboren sein muss.
Wie alle Adeligen der damaligen Zeit erlernte er in frühester Jugend das Waffenhandwerk, denn die Schutzaufgabe des Staates zu erfüllen, war die unerlässliche Pflicht eines jeden Fürsten. Schon in frühester Jugend zeichnete er sich durch Klugheit, Entschlossenheit und große Tapferkeit aus.
Als Siebzehnjähriger bewies er bei der Belagerung von Windsheim sowohl Umsicht als auch Tollkühnheit im rechten Augenblick.
Als König Sigismund von Ungarn im Jahre 1396 zum Kampfe gegen die Türken aufrief, folgten ihm auch die beiden Burggrafen von Nürnberg, Johann und Friedrich, eben unser späterer Markgraf und Kurfürst.
Als jedoch die Schlacht bei Nikopolis am 23. September 1396 durch den Verrat der Serben verloren ging, geriet König Sigismund in große Lebensgefahr, aus der er nur durch die Treue der beiden Burggrafen gerettet wurde. Von jenem Tage an datiert die Freundschaft Sigismunds für den Burggrafen Friedrich, der es nicht zuletzt zu danken ist, dass die Mark Brandenburg 20 Jahre später an die Hohenzollern kam.
In der Erkenntnis, in Friedrich einen Mann mit hohen militärischen Fähigkeiten zu haben, wurde ihm bereits im Jahre 1398, also 28-jährig, durch einstimmige Akklamation der Fürsten die Stelle des kaiserlichen Reichshauptmannes zugesprochen, die ihn zum Befehlshaber und Feldherrn aller vereinigten Reichstruppen machte, ein Amt, an dessen Last er noch viele Jahre zu tragen haben sollte. Besonders schwer wurde ihm diese Aufgabe, als er den Kampf gegen die Hussiten zu führen hatte, gegen die er aber wegen ihrer ungewöhnlichen Kampfesweise mit seinen zusammengewürfelten, herkömmlichen Truppen nichts ausrichten konnte.
Friedrich hatte sich hohe Ziele gesteckt und verstand es, die Gunst des Augenblickes zu nutzen, um das Glück auf seine Seite zu ziehen. Er war ein ausgezeichneter Diplomat.
Es ist allein seiner Verhandlungskunst und seiner Einflussnahme auf die Fürsten zu verdanken, dass König Sigismund zum deutschen Kaiser gewählt wurde. Wenngleich der Lohn für diesen entscheidenden Dienst Friedrich nur zögernd zufiel, blieb er doch stets der Diplomat, der, wäre es nach seinem Willen gegangen, wohl manches Unglück verhütet hätte.Auf dem Konzil von Konstanz z. B. , wo er auch von Kaiser und Fürsten als Markgraf und Kurfürst von Brandenburg investiert wurde, setzte er sich leider erfolglos dafür ein, dass das zugesicherte freie Geleit für Hus eingehalten wurde. Auch als er erkennen musste, dass der Kampf gegen die Hussiten wenig Erfolg versprach, trat er für Verhandlungen mit ihrem Führer Prokop ein, konnte sich mit seiner Meinung aber nicht gegen den Standpunkt des Klerus im Konzil durchsetzen.
|
Im Jahre 1418 schließlich wird Friedrich I. durch eine kaiserliche Bulle zum Statthalter in ganz Deutschland ernannt. Er ist damit auf der Höhe seiner Macht. Friedrich war stets auf Reformen in seinem Land bedacht. So stiftete er eine Ratsordnung, nach der sich 2 Bürgermeister, später 4, im Wechsel im Stadtregiment ablösen sollten. Auf kirchlichem Gebiete trat er schon früh für Reformen ein und führte in der St. Gumpertskirche zu Ansbach die deutsche Predigt ein. |
Großes Siegel des Markgrafen und Kurfürsten Friedrich I. ![]() Inschrift: Friedric dei: grat marchio: brandenburgensis: sacri romani: imperii: archicamerarius: et burggravius nuerenbergem |
Der große Machtzuwachs und das hohe Ansehen, das Friedrich gewonnen hatte, rief jedoch auch Feinde auf den Plan. So verbrannte Ludwig der Bärtige von Baiern die zollernsche Burg Nürnberg während der Abwesenheit Friedrichs im Jahre 1418. Mit der Hilfe seines Schwagers, des Herzogs Heinrich von Baiern, konnte Friedrich jedoch den Störenfried besiegen, indem er 36 Städte und Schlösser nahm und dafür sorgte, dass Ludwig als Friedensbrecher in die Reichsstadt kam.
Kaum jedoch hatte er im Süden für Frieden gesorgt, erhob sich im Norden der pommersche Adel. So war er zeitlebens unterwegs im Dienste des Reiches und um Frieden zu stiften, entweder mit dem Wort oder mit dem Schwert.
![]() |
Seine Gemahlin, Elisabeth von Baiern, die vom märkischen Adel auch "Schönelse" genannt wurde und hochgeachtet war, blieb ihm in all den schweren Jahren eine kluge Beraterin und auch in Regierungsgeschäften eine vortreffliche Stütze. Hatte er im Norden zu tun, regierte sie im Süden. Sie gebar ihm 9 Söhne und zwei Töchter. |
Markgraf und Kurfürst Friedrich I. war jedoch auch ein frommer und gebildeter Mann. Er stiftete die Klöster Brandenburg, Langenzann und Heilsbronn, wo er seine letzte Ruhe gefunden hat. Auch die Schlosskirche zu Ansbach und die Kapelle von Zwernitz (Sanspareil) sind Stiftungen von ihm. Zu Ansbach stiftete er einen Lehrstuhl für Priester, und in der Kirche zu Kadolzburg hinterließ er ein Altargemälde, auf dem er selbst abgebildet ist.
Besonders schmerzlich empfand er den Verlust seines reichen Bücherschatzes und seiner Sammlung von Handschriften, die bei der Eroberung der Stadt Bayreuth durch die Hussiten verloren gegangen waren. Seinen Söhnen ließ er ein hohes Maß an Bildung zuteil werden.
Als fürsorglicher Hausvater errichtete er 1437 sein Testament und setzte in Franken seinen Sohn Johann Alchimista ein, in der Mark jedoch Friedrich II., dem Albrecht Achilles und alle Vorfahren des preußischen Königshauses und der deutschen Kaiser folgen.
Friedrich starb am 21. September 1440 auf der Feste zu Cadolzburg und wurde in der Klosterkirche zu Heilsbronn beigesetzt, wo noch das folgende Gedächtnis zu lesen ist:
Anno Domini 1440 an Sanct Matthes Evangelisten Tag, da starb der Durchleuchtigste Hochgeborene Fürst und Herr, Herr Friedrich Markgraf zu Brandenburg deß heiligen Römischen Reichs Erzkämmerer und Burggraf zu Nürnberg, der hie begraben liegt, dem Gott genädig sei. Amen.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Markgraf Friedrich war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, begabt mit einem klaren Verstand und hervorragenden Charaktereigenschaften, wie einem unerbittlichen Pflichtbewusstsein, hoher Tapferkeit, Weitblick und diplomatischer Klugheit. Als Mensch muss man ihm große Frömmigkeit, Weisheit und Güte zusprechen, insgesamt Eigenschaften, die ihn als ein hohes Vorbild für unsere Jugend ausweisen.



